Universität zu Köln, SS 2018

Natur und Landschaft auf der Leinwand

Aufbruch in die

Moderne

Der Maler August Macke nennt seine Arbeiten von Natur und Landschaft auch „Gesang von der Schönheit der Dinge“. Seine Freunde und Kollegen, Franz Marc, Wassily Kandinsky und viele andere arbeiten in der Natur und nach der Natur. Fast zeitgleich geht Paula Modersohn-Becker im kleinen Torfort Worpswede bei Bremen auf die Felder und ins Moor, um Landschaft zu malen. Das Verlassen alter Strukturen in den Akademien und das Ausprobieren neuer Arbeitsorte sind um 1900 an vielen Orten zeitgleich zu beobachten. Mit neuen Bildauffassungen entstehen sehr unterschiedliche Arbeiten.

 

Der Arbeitskreis beschäftigt sich im Sommersemester mit der Landschafts-malerei. Mit Blick auf den Beginn des 20. Jahrhunderts wird erarbeitet,

welche Wurzeln dieses Genre im 19. Jahrhundert hat und welche Bedeutung die Landschaftsbilder der Vorgänger für die Arbeiten der beginnenden Moderne haben.

Natur und Landschaft auf der Leinwand schillern im 19. Jahrhundert wie in einem Kaleidoskop. Landschaftsmalerei gilt als Abbild der Natur, als Spiegel der Seele, als Echo der Gefühle. In England knüpft sie an die niederländische Tradition des realistischen Landschaftsbildes an. Hier wird auch der große Schritt gewagt, das Atelier zu verlassen und in der Natur zu skizzieren. In Deutschland richtet sich das Interesse mehr auf allegorische Landschaften mit poetisch religiösem Hintergrund; u.a. Bilder von Philipp Otto Runge, Arnold Böcklin und Caspar David Friedrich. In Frankreich wird ebenfalls die

Freilichtmalerei vorbereitet. Wie das wandernde Sonnenlicht in den Bildern der

Impressionisten, wandert das Interesse der Maler zu immer neuen Schwer-punkten.

Es sind die Lichtverhältnisse oder die Farben, es sind mal die kubischen Formen der Berge oder es ist das Bedürfnis, die Schnelligkeit einer mobil werdenden Welt des 19. Jahrhunderts einzufangen.

 

Im Laufe des Semesters werden die vielfältigen Aspekte der

Landschaftsmalerei im 19. Jahrhundert untersucht. Dazu gehören die

verschiedenen Ausbildungsangebote an den Akademien und Malschulen, der Einfluss der Fotografie und auch die zeitgeschichtlichen Hintergründe, auf die die Malerinnen

und Maler reagiert haben.

Es besteht die Möglichkeit, Referate zu übernehmen.

 

Begleitend werden Exkursionen und eine Kurzstudienreise vom 15.-17.9.2018 in den Künstlerort Worpswede und nach Bremen angeboten.

 

Freitags, 12.00 – 13.30 Uhr, Hauptgebäude, Hörsaal 2

Beginn: 27. April 2018

Terminplan Landschaftsmalerei (Langel)
Terminplan SS 2018, aktuell.pdf
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Universität zu Köln, SS 2017, Rückblick

Im Sommersemester finden Seminare zu verschiedenen Themen der Kunstgeschichte statt. Diese stehen immer in Verbindung mit zahlreichen Exkursionen.

Denkmäler in unseren Städten - Skulpturen im öffentlichen Raum

Wer sitzt auf den Pferden und wo wollen sie hin?

Denkmäler und Skulpturen, die derzeit entstehen oder im Laufe der vergangenen Jahrzehnte ent­standen sind, bilden eine Themeneinheit des Arbeitskreises. Es interessieren besonders die Arbei­ten im öffentlichen Raum. Welche Aufgaben können oder sollen Denkmäler heute wahrnehmen, wen erreichen sie?

Zunächst werden die wesentlichen Voraussetzungen, die der Denkmalkultur des 19. Jahrhunderts zugrunde liegen, erarbeitet. Dabei stehen Persönlichkeiten der Politik, Wissenschaft oder Kultur im Mittel­punkt und ebenso historische und nationale Ereignisse, denen skulpturale Bildwerke gewidmet wurden. Neben der Recherche zum Entstehungs­kontext dieser Arbeiten, werden die Skulpturen als Kunstwerke der Bildhauerei erfasst und beschrieben. Welche Fakten sind relevant für die Wahl der Standorte, Künstler und Ausführungen? Eine weitere Themeneinheit wird von der Frage nach der aktuellen Situation des Denkmals bestimmt. Arbeiten ausgewählter Künstler (u.a. Rodin, Barlach, Karavan, Chillida, Hridlicka) oder Persönlichkeiten, denen ein Denkmal gewidmet worden ist, werden in Kurzreferaten vorgestellt.

Denkmäler sind auch Teil der Erinnerungskultur. In welcher Weise wird z.B. der gefallenen Solda­ten und Kriegsopfer gedacht? Wie hat sich die Gestaltung der Kriegerdenkmäler im Laufe der Zeit verändert? Manche Skulptur hat im Laufe der Zeit ihren Sockel verlassen. Welcher Kontext hat dies ermöglicht oder erfordert?

 

Ziel des Arbeitskreises in Verbindung mit den angebotenen Exkursionen ist es, ein Grundwissen zur Denkmalkultur zu erarbeiten, Recherchemöglichkeiten zu vermitteln und eine kritische Aus­einandersetzung mit den Denkmälern und ihrer „Standhaftigkeit“ anzuregen.